Wohnen drinnen und draussen
Neulengbach, eine Autostunde von Wien entfernt, ist eine kleine Stadt, die von friedlichen Hügeln und Feldern umgeben ist. Der weite Blick darüber war ein Schlüsselelement für den Entwurf des eigenen Hauses des Architekten Franz Karner. Ein schlichtes Volumen wurde an den Rand eines Hanggrundstücks gestellt, durch dessen Terrassenfenster man bis zu einem nahen alten Schloss, im Westen bis zum 13 Kilometer entfernten Horizont sehen kann.
Die kleine Wohnbox, die einen luftigen Wohnbereich, ein Schlafzimmer und ein Bad beherbergt, wird durch einen separaten Eingangskubus erschlossen, der sie mit einem langgestreckten Werkstatt- und Lagergebäude verbindet. Alle drei Volumen stehen auf einer Holzplattform, die über einer Wiese schwebt.
Fenster in der Fassade gibt es nur dort, wo die Aussicht spektakulär ist, und die wenigen Wände auf der linken Seite werden als Stauraum benötigt. Der Einbau von Dachfenstern war die perfekte Lösung, um das Haus dort mit Tageslicht zu versorgen, wo es am meisten gebraucht wird.
Der Innenraum geht nahtlos in die Terrasse über, sodass sich der Wohnbereich in den Sommermonaten vergrößert. Ansonsten ist das perfekt barrierefreie Haus, wie der Designer sagt, "so klein wie möglich und so groß wie nötig", da das Paar plant, dort den Herbst seines Lebens zu verbringen. Franz Karner beschreibt das Haus als einen Ein-Raum-Ort, der aus verschiedenen Zonen besteht, die mit Einbaumöbeln ausgestattet sind. Als gelernter Tischler hat er jeden Winkel des Hauses gezeichnet.
Velux-Fenster spielen bei diesem Lebensstil eine entscheidende Rolle: Sie lassen nicht nur das Licht herein, sondern ermöglichen auch einen schnellen Luftaustausch im Inneren. Dank einer großen Dachöffnung über dem Herd wird die Küche zu einem Ort im Freien, an dem heiße Luft und Kochgerüche in den Himmel aufsteigen. Diese große Öffnung ermöglicht auch eine effiziente Kühlung des Hauses nach einem langen, heißen Sommertag.
"Im Sommer schalten wir das Licht manchmal erst um 22 Uhr ein. Da Tageslicht für uns sehr wichtig ist, haben wir sehr große Balkonschiebetüren. Viel Licht kommt durch das Dach herein. Alle Terrassenfenster sind offen, wir leben teilweise im Freien."
Nachhaltige und komfortable Entscheidungen
Nachhaltigkeit ist ein großes Thema für Franz Karner, sowohl in seiner akademischen Laufbahn als auch in seinem Büro.
Er lehrt seit 20 Jahren an der Technischen Universität in Wien, seit sieben Jahren werden einige Lehrveranstaltungen am Department für räumliches und nachhaltiges Design in Zusammenarbeit mit Velux entwickelt.
"Wir ermutigen unsere Studenten, von Anfang an über Nachhaltigkeit nachzudenken. Während des Kurses entdecken sie die Bedeutung von Tageslicht für nachhaltiges Design und lernen, wie sie es in ihren Projekten mit Daylight Visualizer messen können."
Als es darum ging, sein eigenes Haus zu entwerfen, führte der Architekt eine Tageslichtsimulation durch, wie es auch seine Studenten tun. Dank der gesammelten Erfahrung - er arbeitet seit sieben Jahren mit Velux zusammen - ist das Tageslicht im Gebäude so geworden, wie er es sich vorgestellt hat. Auch das Innere des Gebäudes sieht genau so aus, wie es die Bilder des Daylight Visualizers versprechen.
Eineinhalb Jahre sorgfältige Planung und die Entscheidung für eine Holzbauweise ermöglichten eine Bauzeit von nur fünf Monaten. Tatsächlich dauerte es nur ein paar Tage, um die Außenwände des Gebäudes zu errichten. Das Haus besteht aus einzelnen Holzschichten, was theoretisch eine Demontage der Konstruktion und einen Wiederaufbau an einem anderen Ort ermöglicht.
Kein Material ist luftdicht und lackiert. Während die Innenseite geölt ist und elegant weiß bleibt, verändern die Holzplanken außen mit der Zeit ihr Aussehen. Das gesamte Holz stammt aus der Region und wurde nur so wenig wie nötig behandelt. Kein Boden hat das Gelände verlassen, und kein Tropfen Regen fließt in die Kanalisation.
Franz Karner verfolgte mit diesem Projekt eine ganz andere Agenda als viele andere Architekten: Er wollte keine Spuren für immer hinterlassen. Er schuf ein lichtdurchflutetes und gemütliches Wohnhaus, das bei minimalem Energieverbrauch so lange hält, wie die beiden Bewohner es brauchen.
"Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur, energieeffiziente Häuser mit dicker Isolierung zu bauen. Es geht darum, wie viel Energie für die gesamte Lebensdauer eines Gebäudes benötigt wird, vom Bau über die tägliche Nutzung bis hin zum Abriss."