Cascada de Luz ist ein Haus, das in den grünen Bergen von Bahia Ballena, Costa Rica, mit Blick auf die pulsierende Surferstadt Dominical errichtet wurde. Die von Studio Saxe entworfene Residenz bietet eine hervorragende Aussicht auf die Umgebung und lädt die Gäste ein, in die Schönheit der costaricanischen Landschaft einzutauchen. Das Projekt beinhaltet Strategien zur passiven Kühlung, zur Erzeugung erneuerbarer Energien und ein autarkes Wassersystem, um die Umwelt möglichst wenig zu belasten.
Ein harmonisches Konzept
Das Haus ist so konzipiert, dass die ökologische und topografische Umgebung nach und nach zur Geltung kommt. Wenn der Besucher ankommt und die Auffahrt hinunterfährt, kann er durch die Bäume hindurch und über das Haus hinweg einen Blick auf das Meer werfen. Das Dach besteht aus blau getönten, perforierten Paneelen, die eine visuelle Verbindung mit dem Horizont des Ozeans herstellen. Wenn man unter einen hoch aufragenden Überhang tritt, gelangt man in einen kühlen und geschützten Bereich, in dem weiches, gedämpftes Licht durch die perforierten Paneele, die lichtdurchlässigen Platten und eine Reihe von Teakholzlamellen eindringt.
Eine hölzerne Brücke, die über einen Bambushain gespannt ist, führt in die zweite Etage, von der aus man einen Blick auf die spektakulären Sonnenuntergänge hat. Die Schlafzimmer hier, einschließlich der Master-Suiten in jedem Flügel, verfügen über private Balkone, en-suite Badezimmer und Außenduschen. Die beiden Ebenen sind durch eine offene Treppe in einem zentralen Atrium verbunden, das über einer flachen Erweiterung des einladenden Pools darunter schwebt.
Die Lounge und die Terrasse sind auf drei Seiten vom Dschungel umgeben und öffnen sich zu einem beeindruckenden 24-Meter-Infinity-Pool, der über einen steilen Abhang zu balancieren scheint. Der Pool verbindet die Innen- und Außenbereiche, einschließlich des üppigen Gartens, des Whirlpools, der Feuerstelle, des Esszimmers, des Wohnzimmers, der sonnenüberfluteten Frühstücksterrasse und des Grillbereichs, und fördert den einfachen Verkehr zwischen diesen Zonen.
Nachhaltige Strategien
Das innovative Dach fungiert als umfassendes System zum Sammeln und Filtern von Regenwasser. Die perforierten Paneele halten auf natürliche Weise Laub und andere Verunreinigungen zurück und sorgen dafür, dass die Fallrohre klar und effizient bleiben. Das Dach ist so geformt, dass das Regenwasser in drei große Speichertanks geleitet wird, die sich diskret unter dem Carport befinden. Diese Tanks liefern das ganze Jahr über das notwendige Wasser für das Haus und die umliegende Landschaft, was die Selbstversorgung gewährleistet und die Abhängigkeit von externen Ressourcen verringert. Die thermische Masse des gespeicherten Wassers trägt dazu bei, die Innentemperatur der unteren Etage zu regulieren, wodurch der Bedarf an energieintensiven Kühlsystemen minimiert wird.
Zwischen den Dachpaneelen sind außerdem zahlreiche Fotovoltaikmodule angebracht, die das Haus mit autonomer erneuerbarer Energie versorgen und so seinen ökologischen Fußabdruck weiter verringern.
Bioklimatische Grundsätze
Große Dachüberstände bieten entscheidenden Schutz vor den heißesten Tageszeiten, während nicht geschlossene Verkehrsflächen und große Öffnungen den Bedarf an umfangreichen Klimaanlagen minimieren. Erhöhte Fenster in den Schlafzimmern ermöglichen eine effektive Querlüftung, wodurch die Abhängigkeit von mechanischer Kühlung erheblich reduziert wird.
Landschaftliche Integration
Die Vegetation wurde sorgfältig in alle Räume integriert und reicht über die Grenzen des Grundstücks hinaus. In Pflanzkästen, die auf der zweiten Ebene platziert wurden, wächst eine Kaskade von Weinreben, die an den Seiten des Hauses hinunterfließt und im zentralen Atrium zusammenläuft und lebendiges Grün in das Herz des Raumes bringt. Sorgfältig angelegte Wege und Pfade mit Trittsteinen schlängeln sich um das Grundstück.
Die Gärten und die umliegenden Terrassen sind mit einer Vielzahl endemischer Pflanzenarten bepflanzt, die aktiv zur Regeneration des Bodens beitragen und das lokale Ökosystem unterstützen. Die Bäume liefern wichtige Früchte für einheimische Tiere wie bunte Aras und Fledermäuse, die wiederum als natürliche Schädlingsbekämpfer fungieren. Die leuchtenden Blüten ziehen Kolibris, Schmetterlinge und Bienen an.
Bauen am Hang
Das Bauen an einem steilen Hang stellte eine Herausforderung dar, ermöglichte aber auch integrierte Gestaltungsmöglichkeiten. Der Infinity-Pool fungiert als Stützmauer und verankert das Haus sicher am Berghang. Eine der Hauptschwierigkeiten bestand darin, die großen Wassertanks, die für die Trockenzeit benötigt werden, zu verstecken, ohne das natürliche Terrain zu beeinträchtigen. Die Lösung bestand darin, die Tanks hinter dem Bauplatz zu platzieren und sie als Basis für den darüber liegenden Carport zu nutzen.
Die Dachkonstruktion erwies sich als der strukturell komplexeste Aspekt des Projekts. Optisch scheint die große Fläche über dem Haus zu schweben, während sie gleichzeitig in der Lage ist, Orkanböen standzuhalten und das Gewicht der Sonnenkollektoren und des Wassersammelsystems zu tragen. Erreicht wurde dies durch ein Netz von schlanken Fachwerkbindern, die das Gewicht gleichmäßig auf schmale Säulen verteilen. Der Raum zwischen den Traversen bildet einen praktischen Kanal für die elektrischen und mechanischen Systeme.